Laichplatz für Frösche zerstört

Freie Presse berichtet in der Ausgabe vom 25. April 2016

Verein zeigt Naturfrevel in Oberbobritzsch an

pixabay_frog-spawnOBERBOBRITZSCH – Auf dem Gelände des künftigen Hochwasserrückhaltebeckens bei Oberbobritzsch ist der Laichplatz einer Grasfrosch-Population zerstört worden. „Es sind deutliche Fahrspuren von einem Traktor oder Radlader zu sehen“, heißt es in der Anzeige, die der Naturschutzverband Sachsen wegen des Naturfrevels beim Umweltamt der Kreisverwaltung erstattet hat. Der Grasfrosch ist laut Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Er wird in der Regel sieben bis neun Zentimeter groß und hat eine gelb-, rot- oder dunkelbraune Oberseite.
Noch am Montagnachmittag seien vom zuständigen Betreuer etwa 150 Laichballen der Amphibienart auf einer zwei Quadratmeter großen Wasserfläche festgestellt worden, berichtet Vereinschef Tobias Mehnert: „Bei einer Nachkontrolle am Donnerstagvormittag war alles weg.“ Offensichtlich habe man Laich und Kaulquappen aus dem Gewässer geholt und dann versucht, auf der Wiese vor dem Laichplatz Spuren zu vertuschen. Mehnert : „Es sieht so aus, als hätte man mit der Schaufel eines Radladers die Fläche glatt gezogen. Vielleicht wurden auch der Laich und die Kaulquappen vor Ort vergraben.“
Das Stillgewässer, das von den Grasfröschen zum Laichen genutzt wird, liegt teilweise auf einem Grundstück des Naturschutzverbands. Das gesamte Tal soll durch einen 544 Meter langen Damm in ein Rückhaltebecken für fast 5 Millionen Kubikmeter Niederschlagswasser verwandelt werden. Der Verein lehnt das Projekt ab. Ein Kritikpunkt dabei ist, dass die Fließgewässerdynamik der Bobritzsch und damit der Lebensraum geschützter Arten beeinträchtigt würden. (jan)

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