Update: Artensterben in der Feldflur, Hochwasser und Grundwasserbelastung- alles Drainage oder was?

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Unser Artikel vom 11.4.2018 und der Initiativantrag „Drainagen“ des 2. Naturschutzforums 2019 bekommen ein Echo

Die LVZ hat am 06. August 2019 in einem Artikel das Drainage-Thema aufgegriffen. Nach langer Zeit des Schweigens in den Medien. Es ist offenbar nicht der Quoten-Reißer oder die Agrarlobby macht ihren Einfluss geltend. Die Trockenheit in der Landschaft beklagen, über sinkende Produktpreise der Landwirtschaft sinnieren, Betroffenheit über das Artensterben simulieren – aber keine Veränderungen der Wirtschaftsweise und der Flächennutzung angehen – so der Tenor des Landwirtschaftsministeriums in Sachsen. Mit dieser Herangehensweise und diesem Personal wird das nichts mit der Anpassung an den Klimawandel.

Hintergrund: Der Initiativantrag „Drainagen“ des 2. Sächsischen Naturschutzforums vom 01.06.2019: 2019Initiativantrag_Drainagen

Und das war unser Artikel vom 11.04.2018 – immer noch aktuell

Ein Problem lauert im Untergrund. Die Einen nennen es Melioration und feiern es als Erfolg, die Andern Zerstörung des natürlichen Wasserrückhalts des Bodens. Etwa 24 % der Landwirtschaftsflächen Deutschlands sind mit unzähligen Felddrainagen durchzogen, welche Niederschlags- und Grundwasser per Rohrleitung schnellstmöglich in Bäche und Flüsse ableiten. Das hat Folgen. Zwar ist dadurch eine einheitliche Bewirtschaftung auf großen Flächen möglich, der Boden verliert jedoch seine natürliche „Schwamm-Funktion“, Hochwassergefahren werden verschärft und ausgebrachte Dünge- und Pflanzenschutzmittel ausgewaschen, so dass sie sich in Flüssen und letztlich im Meer konzentrieren. Mit der Zerstörung von Quellgebieten und Bachoberläufen gehen wichtige Lebensräume und Durchzugswege für Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger verloren, der Biotopverbund, der früher auch die landwirtschaftlichen Nutzflächen durchzog, ist nicht mehr vorhanden.

Verschärfte Hochwassergefahren und sich weiter beschleunigendes Artensterben sind daher zu großen Teilen Ergebnisse der Melioration der Feldflur. Wenn diese Probleme zeitnah gelöst werden sollen, muss das Dogma der Melioration hinterfragt werden. Der NaSa e.V. und die GRÜNE LIGA Sachsen e.V. schlagen daher als ersten Schritt vor, mit der EU-Agrarreform nach 2020 Quellbereiche und verrohrte Oberläufe von Bächen aus der landwirtschaftlichen Förderung zu nehmen. „Denn es geht nicht an, dass mit öffentlichen Geldern die erhebliche Beeinträchtigung der Gewässer subventioniert wird“, sagt Tobias Mehnert. Zusätzlich muss die Melioration teilweise zurückgebaut werden. „Zehn Prozent der Fläche verlieren wir, wenn wir die Hauptsammler aus den Feldern nehmen.“

siehe Artikel der Freien Presse Freiberg vom 11.04.2018 2018 fp FG Drainage 11.04.2018

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