Windkraftanlagen schreddern nicht nur Vögel und Fledermäuse, sondern auch in großem Umfang Insekten

Sind Windkraftanlagen – neben der industriellen Landwirtschaft  – auch für das Insektensterben mitverantwortlich? Eine jetzt veröffentliche Forschungsarbeit (https://www.dlr.de/tt/desktopdefault.aspx/tabid-2885/4422_read-53289/) legt dies nahe.

Wie effektiv die Rotorblätter einer Gewürzmühle arbeiten weiß jeder, der eine solche Maschine nutzt. Rotierende Metallteile zerteilen mühelos auch harte Schalen. Wie gefährlich so etwas ist, wissen bereits Kinder. Hinein fassen sollte man da nicht, sonst ist der Finger ab. Warum waren und sind – viel zu lange viel zu viele – hochgebildete Wissenschaftler, Ingenieure und Behördenmitarbeiter nicht in der Lage, diese Binsenweisheit auf einen größeren Maßstab zu übertragen, wenn sie riesige Rotorblätter ins Wasser oder in die Luft hängen?  Doch nur dann wenn permanent ignoriert wird, dass es dort auch Leben gibt !

Die Problematik mit Fischen (Turbinentod an Wasserkraftanlagen), Vögeln und Fledermäusen (Schlagopfer und Barotrauma an Windkraftanlagen) ist inzwischen in der Öffentlichkeit bekannt – was noch lange nicht bedeutet, dass nennenswerte Konsequenzen gezogen wurden. Wovon aber kaum jemand sprach, ist der massenhafte Insektentod an den Rotorblättern der Windraftanlagen. Dabei haben zumindest Reinigungsfirmen für Rotorblätter von Anfang an damit ihr Geschäft gemacht (mit toten Insekten beklebte Rotorblätter bewirken einen erheblichen Leistungsabfall). Schon lange hätte man also dem Vorurteil entgegen treten können, dass Insekten nicht höher als 30 m und nur bei geringen Windgeschwindigkeiten fliegen. Aber keine Zulassungsbehörde hat sich damit beschäftigt.

Die jetzt veröffentlichte Forschungsarbeit belegt auf der Basis einer umfangreichen Literaturrecherche, dass zahlreiche Insekten bei ihrer Wanderung kurz vor Eiablage die Luftpfade nutzen, welche auch Windkraftanlagen jeder Größe zur Energiegewinnung „anzapfen“. Es fliegen zwar viele hindurch, aber eben nicht alle. In einer Modellanalyse wird ausgehend von aktuell ca. 30.000 Windkraftanlagen in Deutschland der Rotortod  von 5 – 6 Milliarden Insekten/Tag (das sind täglich 1200 t) in der warmen Jahreszeit prognostiziert. Besonders gravierend ist, dass sich dies an einem wichtigen Punkt des Reproduktionszyklus abspielt, betroffen ist somit auch die nächste Generation.

Auch wenn die genauen Ausmaße dieses stillen Todes noch erforscht werden sollen steht doch schon fest – der Wind schickt doch eine Rechnung!

 

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